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Organisationsuntersuchung – mit System

Organisationsuntersuchungen sind ein zentrales Instrument zur Weiterentwicklung von Organisationen – insbesondere in der öffentlichen Verwaltung. Sie werden eingesetzt, um Strukturen, Prozesse, Aufgaben und Ressourceneinsatz systematisch zu analysieren und fundierte Entscheidungsgrundlagen für zukünftige Gestaltungs- und Steuerungsentscheidungen zu schaffen.

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 Marita Gasteiger

Marita Gasteiger

Senior Consultant

gasteiger@imap-institut.de

+49 (0) 211 513 69 73 0

Projekte

Fokussierter & wirksamer - die Organisationsuntersuchung als systemisch informierte Weiterentwicklung

1) Organisationsuntersuchung: Orientierung schaffen, Handlungsfähigkeit stärken

Kommunen, Landkreise, öffentliche Unternehmen und Behörden stehen heute unter einem Druck, der selten nur von einer Seite kommt: steigende Aufgabenlast, struktureller Personalmangel, neue gesetzliche Pflichten, politische Prioritätenwechsel – und das alles bei begrenzten Ressourcen und laufendem Betrieb. Häufig ist klar, dass etwas verändert werden muss. Unklar bleibt, wo die eigentlichen Hebel liegen.

Eine Organisationsuntersuchung schafft hier die notwendige Grundlage: Sie analysiert Strukturen, Prozesse, Aufgaben und Ressourcen systematisch – und übersetzt Befunde in belastbare Entscheidungsgrundlagen. Richtig durchgeführt, schafft sie nicht nur Transparenz über die Ist-Situation, sondern eröffnet konkrete Wege, wie die Organisation handlungsfähiger, entlasteter und zukunftsfester wird.

2) Was eine Organisationsuntersuchung leistet – und wo klassische Ansätze an Grenzen stoßen

Eine klassische Organisationsuntersuchung folgt einer klaren Schrittfolge: Ist-Erhebung, Analyse, Soll-Konzeption, Umsetzungsbegleitung. Dieses Modell hat seinen Wert – es strukturiert, es schafft Nachvollziehbarkeit, es liefert Ergebnisse.

Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass dieses Modell in komplexen Verwaltungsorganisationen regelmäßig an Grenzen stößt:

Formal stimmt es – im Alltag greift es nicht.

In nahezu jeder Organisation besteht eine Lücke zwischen dem, wie Abläufe und Zuständigkeiten beschrieben sind, und dem, wie sie tatsächlich gelebt werden. Diese Abweichungen sind keine Defizite – sie haben sich meist aus guten Gründen herausgebildet: als Reaktion auf Zeitdruck, knappe Ressourcen oder widersprüchliche Anforderungen. Wer sie ignoriert, konzipiert Lösungen, die im Alltag umgangen werden.

Analyse ist keine neutrale Beobachtung. 

Jede Untersuchung verändert das System, das sie untersucht. Schon die Ankündigung einer Organisationsuntersuchung erzeugt Erwartungen, Unsicherheiten und Reaktionen. Interviews lenken Aufmerksamkeit. Workshops machen Differenzen sichtbar, die vorher unausgesprochen blieben. Wer das nicht berücksichtigt, verliert Steuerung über einen Prozess, den er selbst angestoßen hat.

Umsetzung scheitert selten an fehlenden Konzepten. 

Sie scheitert daran, dass Veränderungen nicht verstanden, nicht mitgetragen oder nicht mit dem nötigen Rückhalt in den Alltag gebracht werden. Ein reines Phasenmodell – erst analysieren, dann umsetzen – übersieht, dass Akzeptanz nicht am Ende entsteht, sondern von Anfang an gestaltet werden muss.

3) Der IMAP-Ansatz: Fachlich fundiert, systemisch informiert, auf Umsetzung ausgerichtet

IMAP verbindet, was in klassischen Organisationsuntersuchungen häufig getrennt behandelt wird: fachliche Tiefe, systemisches Verständnis und konsequente Umsetzungsorientierung.

Was das konkret bedeutet:

Wir betrachten Organisationen als Zusammenspiel von fünf Ebenen – Strategie, Strukturen, Prozesse, Ressourcen und Organisationskultur. Alle fünf sind relevant; keine kann isoliert betrachtet werden. Die ersten vier sind meist sichtbar: Strategiepapiere, Organigramme, Prozessbeschreibungen, Stellen- und Raumpläne. Die Organisationskultur wirkt dagegen häufig unsichtbar – in geteilten Überzeugungen, unausgesprochenen Erwartungen, Konflikten und in dem, was als „normal“ gilt. Und sie entscheidet oft darüber, ob strukturelle und prozessuale Verbesserungen im Alltag tatsächlich greifen.

Wir beginnen, bevor wir anfangen.

Die Vorbereitung ist für uns keine formale Auftragsklärung, sondern der erste reale Schritt in den Veränderungsprozess. Wir klären Anlass, Zielbild, Zielsetzung und Fragestellungen – aber wir gestalten dabei auch schon die Kommunikation, die Erwartungen einordnet und Führungskräfte handlungsfähig hält. Denn: Die Organisation beobachtet sich selbst, sobald eine Untersuchung angekündigt wird.

Wir unterscheiden formale Ordnung und gelebte Praxis.

Abweichungen zwischen dem, was im Organigramm steht, und dem, was im Alltag passiert, werden bei uns nicht als Defizite gelesen, sondern als Hinweise: Was wird damit gelöst? Was würde fehlen, wenn man es einfach abstellt? Erst wer das versteht, kann Veränderungen konzipieren, die nicht im nächsten Schritt informal umgangen werden.

Wir erheben multiperspektivisch.

Mitarbeitende sind nicht Betroffene, sondern Expert:innen ihrer eigenen Organisation. Ihre Perspektive ist die des gelebten Alltags – und damit unverzichtbar, wenn Lösungen entstehen sollen, die tragen. Wir integrieren diese Perspektiven früh: in Workshops, Interviews, teilnehmender Beobachtung. Das ist kein Beteiligungsritual am Ende – es ist der Kern einer belastbaren Analyse.

Wir nutzen frühe Wirkimpulse.

Nicht alles wartet auf das Abschlussdokument. Wo während der Analyse offensichtliche Reibungsverluste sichtbar werden – unklare Zuständigkeiten, unnötige Doppelarbeit, vermeidbare Eskalationswege – setzen wir Quick Wins, die unmittelbar entlasten. Das schafft Vertrauen in den Prozess und Energie für die größeren Veränderungen.

Wir arbeiten verwaltungskonform.

Empfehlungen, die an Gremienlogiken, Mitbestimmungsrechten oder Haushaltsprozessen vorbeigedacht sind, bleiben Papier. Unsere Ergebnisse sind in der Prozesssprache der Verwaltung formuliert, auf reale Umsetzungsbedingungen zugeschnitten und in der politisch-administrativen Steuerungslogik anschlussfähig.

4) Was wir analysieren und gestalten

Organisationen sind kein Uhrwerk, das man auseinandernehmen und neu zusammensetzen kann. Sie sind soziale Systeme – mit formalen Strukturen und informellen Mustern, mit Regeln und den Wegen, auf denen diese Regeln täglich umgangen oder neu interpretiert werden. Eine Organisationsuntersuchung, die das ignoriert, analysiert nur die Oberfläche. IMAP betrachtet Organisationen deshalb als Zusammenspiel von fünf Ebenen. Alle fünf sind relevant – keine kann isoliert verändert werden, ohne die anderen zu berühren.

Strategie - Auftrag und Zielbild

Strukturen - Aufbauorganisation

Prozesse - Ablauforganisation

Ressourcen - Personal, Kompetenzen, Technologie, Infrastruktur

Organisationskultur - Auftrag und Zielbild

Warum Kultur über Erfolg oder Misserfolg entscheidet?

Kulturelle Muster zeigen sich zwar in Artefakten (z.B. Routinen, Meetings, Kommunikationsformen), ihre eigentliche Steuerungswirkung liegt jedoch darin, dass sie Verhalten automatisieren: Sie definieren, was als normal gilt und was nicht – und damit, wie Menschen täglich entscheiden, kommunizieren und zusammenarbeiten.

Gerade im öffentlichen Bereich prägt Kultur damit unmittelbar die Leistungsfähigkeit. Sie entscheidet darüber, ob Schnittstellen partnerschaftlich oder defensiv gestaltet werden, ob Verantwortung übernommen oder weitergereicht wird, und ob wichtige Fragen offen adressiert oder in Nebenwegen bearbeitet werden. Ebenso beeinflusst Kultur, wie Organisationen mit Unsicherheit umgehen – etwa bei neuen gesetzlichen Vorgaben, politischen Prioritätenwechseln oder hoher Arbeitslast: Wird priorisiert und transparent gemacht, was nicht leistbar ist, oder entsteht ein Modus des „trotzdem irgendwie“ mit steigenden Risiken für Qualität, Rechts- und Terminsicherheit? In der Praxis zeigt sich hier oft der Unterschied zwischen formaler Zuständigkeit und gelebter Verantwortung.

Die Organisationskultur prägt damit auch die Veränderungsfähigkeit – also die Fähigkeit der Organisation, Veränderungen aufzunehmen, zu priorisieren und im Alltag umzusetzen, ohne die laufende Leistungserbringung zu gefährden. Systemisch zeigt sich Veränderungsfähigkeit weniger in einzelnen Maßnahmen als in wiederkehrenden Mustern: Wie werden Entscheidungen getroffen und nachgehalten? Wie wird mit Unsicherheit, Widerstand und Zielkonflikten umgegangen? Gibt es Räume für Reflexion und Lernen – oder wird Veränderung „nebenbei“ erledigt, bis sie an Überlastung, fehlender Klarheit oder widersprüchlichen Signalen scheitert?

Ein zentraler Teil und zugleich Hebel von Kultur ist das Führungssystem. Kultur wird nicht verordnet, aber sie wird durch Führung täglich mit erzeugt: durch Entscheidungsroutinen, Feedbackpraktiken, durch Klarheit in Rollen und Erwartungen und durch den Umgang mit Zielkonflikten. Widersprüchliche Signale oder fehlende Eskalationswege führen zu Schattenprozessen und Reibungsverlusten – selbst wenn alles andere stimmt.

Wie IMAP die Kulturebene adressiert

Wir behandeln Organisationskultur nicht als Appendix, sondern als integralen Bestandteil der Organisationsuntersuchung – von der Analyse bis zur Umsetzungsbegleitung.

In der Analyse machen wir kulturelle Muster sichtbar: durch multiperspektivische Erhebung, teilnehmende Beobachtung und die gezielte Untersuchung der Differenz zwischen formaler Ordnung und gelebter Praxis. Dabei interessiert uns nicht nur, was abweicht – sondern warum, und welche Funktion diese Muster erfüllen.

In der Umsetzung adressieren wir die kulturellen Voraussetzungen für Veränderung direkt: durch Coaching von Führungskräften, durch gezielte Teamentwicklung an kritischen Schnittstellen, Moderation von Klärungsformaten sowie flankierende Trainings und Befähigungsmaßnahmen. Veränderungsfähigkeit – die Fähigkeit der Organisation, Neues aufzunehmen und im laufenden Betrieb zu verankern – ist dabei kein Nebenprodukt, sondern ein explizites Ziel unserer Arbeit. Zu einer „Kultur der Umsetzung“ gehört z.B. die Befähigung zu klarer Priorisierung, Beteiligung an den richtigen Stellen, verbindliche Umsetzungsroutinen sowie Feedback- und Lernschleifen. So entsteht die notwendige Umsetzungsenergie, damit Veränderungen im öffentlichen Kontext (mit Gremienwegen, Mitbestimmung und begrenzten
Kapazitäten) realistisch geplant, akzeptiert und dauerhaft getragen werden.

Das Ergebnis: eine Organisation, die nicht nur neu aufgestellt ist, sondern die Fähigkeit gewonnen hat, sich selbst weiterzuentwickeln.

5) Vorgehensmodell: Von der Analyse zur umsetzbaren Diagnose

Eine Organisationsuntersuchung folgt bei IMAP fünf Schritten – aber nicht als starres Phasenmodell. Erkenntnisse fließen zurück, frühe Wirkimpulse werden genutzt, und Beteiligung ist kein Abschlussritual, sondern von Anfang an Teil des Vorgehens.

Auftragsklärung und Scope

Analyse entlang der fünf Ebene 

Diagnose und Handlungsfelder

Roadmap und Priorisierung

Umsetzungsbegleitung

Fazit

Organisationen im öffentlichen Sektor müssen heute gleichzeitig mehr leisten und mit weniger Ressourcen auskommen. Eine Organisationsuntersuchung schafft in dieser Situation Orientierung und Handlungsfähigkeit – aber nur, wenn sie die Organisation in ihrer vollen Komplexität erfasst: sichtbare Stellhebel wie Strategie, Strukturen, Prozesse und Ressourcen ebenso wie die kulturellen Muster, die darüber entscheiden, ob Veränderungen im Alltag tatsächlich greifen.

IMAP verbindet dafür fachliche Tiefe – aus über 20 Jahren Projekterfahrung im öffentlichen Sektor – mit einem systemisch informierten Arbeitsansatz und konsequenter Umsetzungsorientierung. Befunde werden in eine klare Diagnose, priorisierte Handlungsfelder und eine umsetzbare Roadmap übersetzt. Erste Entlastung entsteht bereits während der Analyse. Und die Umsetzung wird so begleitet, dass Veränderungen nicht nur eingeführt, sondern dauerhaft verankert werden – von innen getragen, nicht von außen implementiert.

Das Ergebnis ist keine Bestandsaufnahme. Es ist eine Organisation, die gestärkt aus dem Prozess hervorgeht.

 Marita Gasteiger

Marita Gasteiger

Senior Consultant

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